Sonderausstellung “200 Jahre Organon” in Ingolstadt

Vor 200 Jahren publizierte Samuel Hahnemann das „Organon der rationellen Heilkunde“, ein Grundlagenwerk der von ihm begründeten Homöopathie. Aus diesem Anlass zeigt das Medizinhistorische Museum in Ingolstadt vom 13. Mai bis zum 17. Oktober die Sonderausstellung „Homöopathie – 200 Jahre Organon“.

Im Zentrum dieser Ausstellung steht das 1810 veröffentlichte Original der Erstausgabe des „Organon“. Hahnemann hat dieses Werk mehrfach überarbeitet, die letzte Fassung (6. Auflage von 1842) ist heute noch eine wesentliche Grundlage für uns Homöopathen.

Daneben geben Originalbriefe aus der Korrespondenz Hahnemanns mit seinen Patienten Einblick in die Frühzeit der homöopathischen Behandlung und zahlreiche homöopathische Hausapotheken versetzen den Besucher in das 19. Jahrhundert zurück.

Das Angebot des Museums zum Organon-Jubiläum beschränkt sich aber nicht nur auf die Ausstellungsräume: Im Arzneipflanzengarten des Museums weisen „Globuli-Steckkugeln“ auf homöopathisch genutzte Heilpflanzen hin. Das Begleitprogramm bietet neben Führungen auch medizinhistorische Vorträge. Weitere Informationen unter www.dmm-ingolstadt.de

Homöopathie-Gegner machen unsinnigen Feldversuch

Um zu beweisen, dass an Homöopathie nichts dran sei, haben sich am 30. Jänner mehr als 300 Homöopathie-Gegner vor Apotheken in England, den USA und Kanada versammelt und medienwirksam jeweils rund 80 Globuli des homöopathischen Mittels “Arsenicum album” eingenommen. Laut Martin Robbins, dem Sprecher der für dieses Schauspiel verantwortlichen 10:23 Campaign, gab es keine Schadensfälle.

Aus homöopathischer Sicht ist dieser Feldversuch unsinnig: Es macht nämlich keinen Unterschied, ob man 1, 5, 10 oder 80 Globuli zeitgleich einnimmt! Es besteht also bei einmaliger Gabe keine Gefahr einer “Überdosis”!

Ein gesunder Mensch wird auch nur dann Reaktionen (sog. “Arzneimittelprüfungssymptome” ) bemerken, wenn er diese Arznei wiederholt einnimmt, nicht jedoch nach einer Einzeldosis.

Europäische Bibliothek für Homöopathie in Köthen

In Köthen (Sachsen-Anhalt), wo Samuel Hahnemann von 1821 bis 1835 lebte und arbeitete, wurde im Oktober 2009 die „Europäische Bibliothek für Homöopathie“ eröffnet. Untergebracht ist sie im sanierten ehemaligen Spitalgebäude des Klosters der Barmherzigen Brüder, das im Rahmen der Bauausstellung umgestaltet wurde.

Für die neue Bibliothek sind rund 2.000 wertvolle, historische Werke über Homöopathie per Schiff aus der Hamburger Wolfgang Schweitzer Bibliothek nach Köthen transportiert worden. Darunter befinden sich auch Erstausgaben der Allgemeinen Homöopathischen Zeitschrift von 1832 und medizinische Fachbücher aus dem 17. Jahrhundert.

Die Europäische Bibliothek für Homöopathie wird vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte unterhalten. Neben Ärzten soll sie künftig auch den Studenten des neuen Masterstudienganges “Homöopathie” zur Verfügung stehen, der von der Magdeburger Universität angeboten wird.

Was ist Homöopathie?

Homöopathie ist ein in sich geschlossenes Medizinsystem, das auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) zurückgeht. Es gehört heute zu den am häufigsten eingesetzten komplementärmedizinischen Verfahren. Grundlage der Homöopathie ist das bereits von Hippocrates entdeckte Ähnlichkeitsprinzip: Gleiches wird durch Ähnliches geheilt (similia similibus curentur). Die homöopathische Arznei ruft eine der natürlichen Krankheit ähnliche Arzneikrankheit hervor. Der kranke Organismus reagiert auf diese (stärkere) Kunstkrankheit, beseitigt diese und hebt dadurch die natürliche Krankheit auf. Die Arzneimittel werden durch Potenzierung (Verdünnung und Verschüttelung) der Ausgangssubstanz hergestellt, die Verabreichung erfolgt mittels Tropfen oder Globuli.