Aus meiner Praxis...
von Dr. Alexander Meisinger

Mein Weihnachtsurlaub ist heuer vom 23. Dezember 2011 bis zum 3. Jänner 2012, mein erster Arbeitstag ist am Mittwoch, dem 4. Jänner 2012.
Seit 1. Dezember 2011 arbeite ich mit großer Freude in meiner neuen Ordination in Seekirchen am Wallersee. Und ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für Ihr Verständnis für die Praxisverlegung nach Seekirchen bedanken!
Hier nochmals meine neue Adresse:
Hauptstr. 30, 5201 Seekirchen
T: 06212/30221
F: 06212/30221-11
Auf meiner Homepage finden Sie genauere Information sowie einen Anfahrtsplan nach Seekirchen.
Die aktuellen Termine meiner Vorträge "Homöopathie bei Kindern" und "Impfungen imKindesalter" sowie eine Übersicht über besonders günstige Wahlarzt-Zusatzversicherungen sind ebenfalls auf meiner Homepage zu lesen.
Ist bei Scharlach oder eitriger Angina immer ein Antibiotikum nötig?
von Dr. Christoph Abermann

Streptokokken sind eine Bakterienfamilie, deren Untergruppe A bei bis zu 20-30% der gesunden Bevölkerung im Rachenraum vorkommt. Diese können jedoch auch Rachenentzündungen wie Scharlach oder eitrige Angina auslösen. Wenige Wochen nach einer solchen Erkrankung kann es – v.a. bei Kindern - zu Komplikationen wie fieberhaften Gelenks- und Herzklappenentzündungen (=rheumatisches Fieber) oder Nierenentzündungen (Glomerulonephritis) kommen.
In den letzten Jahrzehnten ist die Häufigkeit dieser Komplikationen in den Industrienationen drastisch gesunken, wobei interessant ist, dass die Abnahme bereits vor der Einführung der antibiotischen Therapie der genannten Rachenentzündungen eingesetzt hat (1). Hintergrund dürften bessere Wohnverhältnisse und die bessere medizinische Versorgung sein – auch, dass die Streptokokken im Laufe der Zeit an Gefährlichkeit verloren haben, wird als mögliche Ursache für dieses Phänomen diskutiert.
Nachdem jahrzehntelang auch bei leichten Formen von Scharlach und eitriger Angina die Einnahme von Antibiotika dringend empfohlen wurde, tragen neuere, offizielle Empfehlungen nun dem oben beschriebenen Rückgang Rechnung (2,3):
• "Die Datenlage rechtfertigt aus unserer Sicht bei uns zurzeit nicht eine routinemäßige Antibiotikatherapie bei Pharyngitis (=Rachenentzündung) zur Prävention eitriger Komplikationen oder bei GAS-Pharyngitis (=Rachenentzündung durch Streptokokken) zur Prävention des akuten rheumatischen Fiebers." (2)
• „Wenn die verkürzte Ansteckungsdauer vernachlässigt werden könnte und wenn der Patient auf die gering verkürzte Leidensdauer verzichtet, könnte ... im Einzelfall auch ohne Antibiotika behandelt werden." (3)
Auf Antibiotika kann also unter Umständen verzichtet werden! Da die zitierte Leidensdauer meist homöopathisch gut beeinflusst werden kann, bleibt als Argument die Ansteckungsdauer, die ohne Antibiotika 6-14 Tage (3) beträgt (mit Antibiotika 24-48 Stunden). Darüberhinaus hat ja nicht jedes Kind mit Halsschmerzen oder Ausschlag gleich Scharlach – häufig handelt es sich dabei um eine virale Erkrankung, die ohnehin keiner antibiotischen Therapie bedarf.
Wir empfehlen Ihnen, wenn im Kindergarten Scharlach „umgeht“ und Ihr Kind Halsschmerzen und / oder einen Ausschlag bekommt, sich über einen Akuttermin an uns zu wenden. Je nach Symptomatik und Lebenssituation (ist es möglich, dass das Kind länger vom Kindergarten / von der Schule zu Hause bleibt?) diskutieren wir dann die Behandlungsmöglichkeiten.
1 D Beuckelmann, Klinische Kardiologie, S. 561, Springerverlag 2006
2 Leitlinien der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin):
3 DGPI (Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie) Handbuch, 5. Auflage, 2009, Thieme Verlag, S. 484f
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